Joleena. Fashion Blog from Hamburg.: Storytelling. I just to be so fragile.

Wednesday, November 14, 2012

Storytelling. I just to be so fragile.

Wann habe ich aufgehört ich zu sein? Wann habe ich aufgehört zu schreiben?
Hier sind ein paar ältere Blogeinträge, die ich nochmal in einem Post festhalten möchte.

Donnerstag, 27.10.2011
Morgen weiß ich, was heute für ein Tag war.  
Heute ist wieder einer der Tage, die so unglaublich emotional und adrenalinhaltig sind. Es sind soviele Gedanken und soviele Gefühle zwischen Freude, Ehrgeiz, Mut, Euphorie und Angst, dass ich den Tag einfach in keine Schublade einsortieren kann. Ich habe kurz überlegt, ob es vielleicht Sinn macht sich kurz auszuruhen und zu entspannen. Aber heute kann ich nicht einfach aussteigen und still sein. Ich bin laut und expressiv. Ich MUSS mich heute entfalten und kann nicht ruhig sein. Mein Magen knurrt, aber ich kann nicht essen. Das Papier vor mir, die Musik laut aufgedreht, der Pinsel in meiner Hand. 


Sonntag, 16.10.2011 
Die Nacht ist vorbei.
Es ist hell, die Sonne scheint, aber die Schatten in den Gesichtern sind groß. Was in der Nacht passiert, bleibt in der Nacht? Falsch. In unseren Köpfen verstecken wir die Peinlichkeiten des Abends. Den Wunsch Ausgesprochenes rückgängig machen zu können. Die Menschen, die kotzend in der U-Bahn saßen. Ein Tanz, vielleicht einer zuviel. Und vor allem zuviel Alkohol im Blut. Sorgen von gestern ertränkt und heute wieder nach oben gekehrt.
Nun ist der nächste Tag angebrochen. Und ich weiß, nächstes Wochenende wird nicht anders.
Ich nehme es mal mit Humor.  


Donnerstag, 17.11.2011
Die Welt hat sich nicht aufgehört zu drehen. Mein Herz hat nur aufgehört zu schlagen.

Ich laufe, es wird dunkel. Kopfhörer auf. Die Musik erinnert mich an uns. An den Tag, an dem wir uns kennenlernten. Das Lied, dass ich immer wieder hörte, weil es unser Lied wurde. Der Tag an dem du dich verabschiedet hast. Es war ein Sonntag. Du wolltest nicht zurückkehren. Die Nacht weinte ich durch und den nächsten Tag auch. Und den darauf. So plötzlich, so unaufhaltsam. "Alles Gute" hauchtest du.
Und ich dachte, "nein, das kann alles nicht wahr sein." und es wurde wahr. Mein Herz sprang in abertausende Splitter. Jetzt stehe ich hier und sammele die Scherben auf. Ich will es nicht wieder zusammensetzen, denn nur dann. Nur dann könnte es wieder zerbrechen.


Montag, 14.11.2011
And I'll make it easier for you by being a little bitch.

Manchmal frage ich mich, wie ich dir sagen kann, was du bist für mich, wie sage ich, dass du mehr bist, als ich mir vorstellte, dass du anders bist, dass du bist wie ich, dass ich dich nicht vergessen kann, dass du mal alles werden könntest, alles und auch nichts, dass ich wenn ich bei dir bin ich bin, dass jede Sekunde ohne dich, doof sein könnte, dass sich alle Gedanken um dich kreisen könnten, wenn ich wollte, dass ich aber nicht will, aber auch nicht genau erklären kann, wieso, dass ich sowieso nicht weiß, was das eigentlich ist und was wir eigentlich sind, dass das aber alles total in Ordnung ist und ich zufrieden bin und du zufrieden bist, dass alles eigentlich sehr zufriedenstellend ist, dass wir toll sind. 


Mittwoch, 04.01.2012
Eines nachts fand ich heraus, dass ich mich fand und das fand ich gut.

Wenn ich nachts aufwache weil ich deine Stimme hörte. Wenn es zu dunkel ist, um dich zu sehen. Dann fühle ich nach dir, aber du bist nicht da. Ich vermisse dich nicht. Kein Weg ist zu lang um ihn ohne dich zu gehen. Du bist mein altes Ich und ohne dich ist es irgendwie besser. Ich streifte dich nach Monaten ab und entsorgte dich. Manchmal merke ich, dass ich nicht besonders sorgfältig war. Dann kommst du zurück und klopfst an die Tür. Aber ich habe gut abgeschlossen und öffne dir nicht mehr. Vielleicht bemerkst du irgendwann das  halbgeöffnete Fenster, aber vielleicht kannst du mir dann nichts mehr anhaben.


Dienstag, 27.12.2011
Manchmal ist ein gutes Gespräch besser. Dann, wenn die Nähe genug war. Wenn der Platz zwischen uns zu eng wurde.

Das Gefühl, kein Gefühl zu haben. Leere. Ich weiß nicht mehr, wie du schmeckst. Ich weiß nicht mehr, wie es sich anfühlte, als ich fühlte. Als du alles warst und ohne dich alles nichts. Wenn mein Herz stehen blieb, weil du mich ansahst. Als ich mir wünschte, wir würden nie wieder aufhören auf dieser Straße zu fahren. Und du lächeltest, weil du spürtest, dass ich nie mehr aussteigen wollte. Wir stiegen aus und ich bedankte mich für die Fahrt. Das war die schönste Reise. 


Die Beziehung mit Alkohol läuft zurzeit hochfrequentiert.
Wo ist mein Alltag geblieben? Ich wünsche mir den Moment in der S-Bahn. Ich wünsche mir mein Lachen zurück. Ich wünsche mir die fremden Menschen zurück. Unwohl. Mir ist unwohl, ich bin nicht zuhause. Passiv beobachte ich mein Umfeld. Meine Ansichten, meine Wünsche haben sich in dem letzten Jahr stark verändert. Und jetzt versuche ich mich zu erklären. Im selben Moment gebe ich auf. Ich schweige. Und setze das Glas erneut an.  


Donnerstag, 19.01.2012

Wieviele Gläser willst du fallen lassen?
Gestern.
Fiel ein Glas runter.
Und ich sagte, es sei längst nicht das letzte Glas gewesen.
Es würde noch soviele Scherben geben.
Soviele Worte, die noch ungesagt sind.
Soviele Versprechen, sind noch zu brechen.
Soviele Herzen in deiner Stadt,
die du noch brechen kannst.
Soviele Gläser.  


Montag, 16.01.2012
Als ich neben dir saß.
"Boah, bin ich müde." - "Gleich erstmal einen Kaffee trinken und dann die Unterlagen vorbereiten..." - "Muss der Typ neben mir so unangenehm riechen?" - Der Versuch die Gedanken der Menschen in der U-Bahn zu rekonstruieren. "Ich will dich. Ich will dich. So sehr." - dachte ich. Bis ich es flüsterte: "Ich will dich so sehr." Ein Lächeln über deinem Gesicht. Und ich fragte mich, ob es das Schönste war, was jemand jemandem sagte, auf genau dieser Fahrt an genau diesem Morgen.  




22 comments:

  1. WOW, du schreibst wundervoll! <3 Da wird man ganz sentimental und fühlt sich ein! Wahnsinn!

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  2. 27.12.2011 Zweiter Teil...spricht mir gerade aus der Seele.

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  3. wunderschöne texte hast du da geschrieben. ich mag deinen schreibstil sehr. früher hab ich auch oft solche texte verfasst...ist schon lange her wenn ich so zurückdenke.
    aber würde gerne mehr lesen von dir^^

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  4. Toll geschrieben :) ich bin ganz hin & weg!
    Man merkt genau wie du dich fühlst!

    xx Danie

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  5. Wow, da krieg ich fast schon Gänsehaut! Unglaublich gefühlvolle Texte, ganz toller Schreibstil. Du hast wirklich Talent für so was. Machst du das heute auch noch oder war das nur von früher?

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  6. Naja, bis auf den Alkohol (;
    Aber ich möchte wieder meinen Alltag wieder, den ich mochte und nicht das alles wie es gerade ist. Nunja.

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  7. Sehr schön geschrieben! Ich mag es solche gefühlvollen Momente textliche festzuhalten ... ♥

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  8. Sehr schöne Texte! Und sehr "angenehm" zu lesen.

    Das Foto find ich im übrigen auch sehr gelungen!

    Love and Nonsense

    http://foxface-dreams.blogspot.de/

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  9. Ich muss es dir einfach sagen: das hat mich gerade fast zum weinen gebracht! Du kannst unglaublich gut schreiben <3

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  10. Total schöne und berührende Texte, ich hätte fast angefangen zu weinen, wirklich.
    Ich wünsche dir noch viel Glück in der Liebe!

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  11. wunderschöne Worte... ich musste sie einfach mit meinen wenigen Lesern teilen, so sehr hat mich besonders ein Text berührt. Deshalb habe ich sozusagen eine kleine, inoffizielle Blogvorstellung über Based. geschrieben... ich hoffe du bist mir nicht böse. :) liebste Grüsse, deine Lara

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  12. Wow, total schöne Texte.
    Du solltest öfter solche Post veröffentlichen :)
    Liebe Grüße Anneke

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  13. Hallo,
    ich bin eher ein stiller Leser Deines Blogs (Ähm Klischee Frauendomäne XD ), aber ich zähle mich zu den Lesern der ersten Stunde. Eine Freundin zeigte mir damals Deinen Blog, weil Du so aussergewöhnlich schöne Foto(Montagen in Kalenderform)und Texte hattest.
    Es war immer wieder schön Deinen Posts zu folgen und es kam auch jene schwere Zeit wo Du pausiert hast und fast schon (Ja, klingt jetzt etwas dramatisch) wie ein Phönix aus der Asche wiederkamst und alles erneut hast.
    Die Texte sind seit jeher immer besser und viel intensiver geworden. Eine positive Veränderung.
    Mach weiter so.

    Liebe Grüße
    von einen stillen Leser, der heute einmal die Stille verließ.

    (Und wenn der Tag zuneige geht, wirst Du das Gestern vergessen, wenn Du Morgen nicht an Heute denkst. Memories. Never forget, who you are.)

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  14. Die Texte sind so schön, du schreibst echt toll! Werde sie gleich in mein kleines 2012-Buch übertragen, damit ich sie immer immer wieder lesen kann!

    Ganz liebe Grüße ♥♥

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  15. Wundervoll!! Du schreibst unglaublich gut, du schaffst es das jeder deiner Sätze berührt! Ich würde mich sehr freuen wenn du dir vielleicht einen meiner Texte anschaust, ich würde mich über ein feedback von dir wahnsinnig glücklich :)

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  16. Es gibt immer Zeiten, in denen man mehr zu sagen hat, weil man einfach nicht anders kann. es gibt andere, da ist man im hier und jetzt. es wird ganz bestimmt noch viele erlebnisse geben, die dich neue und neue Zeilen schreiben lassen werden... das ist ja gerade das wundervolle, der kleine funken optimismus. die traurigste, auswegloseste geschichte kann man in worte fassen, und andere können sie miterleben und vielleicht deine wunderschöne sprache bestaunen :)
    deine geschichte klingt sehr ehrlich und sehr schön. fast verstehe ich, was du gefühlt hast, aber wohl nur fast.
    verzeih den langen kommentar ;)

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  17. unfassbar, wie bauzerbend jedes einzelne textchen auf seine ganz eigene art ist!
    ich würde so gerne noch mehr von dir lesen!

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  18. Ooh das freut mich sehr! :) ich hab grade gesehen, dass der letzte Satz von mir da oben einfach kein deutsch ist aber hey :D
    ja da hast du recht <3

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  19. Die Texte sind wirklich wunderbar :)

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